Der Weltklimarat (eigentlich Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen/IPCC) hat in seinem neuesten Report deutlich gemacht: Wenn jetzt nicht gehandelt wird, ist es zu spät.

Treffen die pessimistischsten Berechnungen der Wissenschaftler zu, steigt der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts um 82 Zentimeter an. Die Regierung der Malediven hatte schon vor vier Jahren eindringlich mit einer Sitzung darauf aufmerksam gemacht, was ein unbegrenzter Anstieg des Meeresspiegels bedeuten könnte: Sie tagten unter Wasser. Die Landgebiete der Malediven erheben sich größtenteils nicht mehr als einen Meter aus dem Meer.


Die Kernbotschaften des Berichts auf Deutsch.

Die Zusammenfassung auf Englisch.

Der gesamte Bericht auf Englisch.


Hintergrund: was ist eigentlich der IPCC?

Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC), wurde ins Leben gerufen, um Entscheidungsträgern und anderen am Klimawandel Interessierten eine objektive Informationsquelle über Klimaänderungen zur Verfügung zu stellen. Der IPCC betreibt selbst keine Wissenschaft und überwacht keine Klimadaten oder -parameter. Seine Aufgabe besteht darin, die aktuelle wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Literatur, die weltweit zu dem Thema publiziert wird, umfassend, objektiv, offen und transparent zusammenzutragen und zu bewerten. Das Themengebiet reicht vom Risiko menschengemachter Klimaänderung über ihre beobachteten und projizierten Auswirkungen bis hin zu Anpassungs- und Minderungsoptionen.

Die Hauptaufgabe des IPCC besteht in der regelmäßigen Bereitstellung von Sachstandsberichten über den aktuellen Wissensstand bezüglich Klimaänderung. Darüberhinaus erstellt der IPCC Sonderberichte, Methodikberichte, Technische Abhandlungen und weiteres Material, oft auf Anfrage der Vertragsstaatenkonferenz (COP) der UNFCCC oder anderer Umweltabkommen hin.

Die Erstellung aller IPCC-Berichte und -Veröffentlichungen folgt strengen Verfahrensregeln, die vom Ausschuss verabschiedet wurden. Die Arbeit wird vom IPCC-Vorsitzenden und den Vorsitzenden (Co-Chairs) der Arbeitsgruppen und Task Forces geleitet. Hunderte von Fachleuten aus aller Welt tragen zu der Erstellung von IPCC-Berichten als Autoren, Beitragende und Gutachter bei. Die Zusammensetzung der Autorenteams soll eine Bandbreite an Ansichten, Expertise und geographischer Repräsentation widerspiegeln. Begutachtungen durch Regierungen und Fachleute stellen essentielle Bestandteile der Erstellung von IPCC-Berichten dar.

(http://www.de-ipcc.de/)

Die Menschheit muss sich jetzt anstrengen

„Der Klimawandel geht unvermindert weiter“, sagte der chinesische IPCC-Verhandlungsleiter Qin Dahe. „Während sich die Ozeane erwärmen und Gletscher und Eisdecken schmelzen, wird der globale Meeresspiegel weiter steigen, aber schneller, als wir es in den letzten 40 Jahren erlebt haben.“ Auch Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgeforschung und Leiter der Arbeitsgruppe 3 des IPCC erklärte kürzlich der Süddeutschen Zeitung: „Es gibt keine berechtigten Zweifel daran, dass die globale Mitteltemperatur auf Dauer steigt.“

Die Menschheit ist jetzt gefragt, alle Anstrengungen zu unternehmen, dass der Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 auf maximal zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter beschränkt wird. Steigt die Temperatur stärker, kann es zu kaum beherrschbaren Umweltfolgen kommen, so die Wissenschaftler des Weltklimarates.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichtes

  • Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Temperatur um 0,9 Grad zugenommen. Schnee und Eis sind geschmolzen, der Meeresspiegel um 20 Zentimeter angestiegen.
  • Zwischen 2002 und 2011 hat Grönland sechsmal mehr Eismasse verloren als zwischen 1992 und 2001. Auch die Antarktis schmilzt stärker.
  • Die Klimakatastrophe ist menschengemacht. Hauptsächlich verantwortlich ist Kohlendioxid (CO2), das wir Menschen unaufhörlich in die Luft blasen. Das CO2 sorgt dafür, dass die Sonnenstrahlung in der Atmosphäre verbleibt und damit die Temperatur steigen lässt. Der Temperaturanstieg führt wiederum zu mehr Wasserdampf, unter dem sich die Luft noch stärker erwärmt.
  • In den letzten acht Jahren hat sich der Ausstoß von CO2 aus Industrie, Autos und Kraftwerken um die Hälfte erhöht.
  • Kohlendioxid gelangt auch in die Meere und macht das Wasser saurer.

Speicherkapazität der Meere ist irgendwann erschöpft

Warum in den letzten 15 Jahren der Temperaturanstieg pausiert, können die Forscher nicht mit Sicherheit sagen. Vermutet werden unter anderen kühlende Ozeanströmungen und eine Schwächephase der Sonne. Auch nehmen die Meere derzeit viel Wärme auf. Doch deren Speicherkapazität werde irgendwann erschöpft sein und dann steige die Temperatur der Atmosphäre wieder messbar.

Der Weltklimarat ist sich sicher, dass die Erderwärmung stärker steigen wird, wenn weiterhin massiv CO2 in die Atmosphäre geblasen wird. Die Folgen würden „die Umwelt in einer Weise ändern, wie seit Hunderten oder Tausenden Jahren nicht geschehen“, heißt es in der Zusammenfassung des Klimareports.

(text: gruene-bundestag.de, gekürzt)

Hintergrund:

zu meiner Rede zum fünften IPCC-Bericht

Pressespiegel zum IPCC-Bericht


Bild: Logo des IPCC

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