Wie schwer der gemeinsame Schulterschluss aller Demokraten auch in Brandenburg – trotz dem sehr gelungen Handlungskonzept Tolerantes Brandenburg – noch immer ist, zeigte sich mal wieder letztes Wochenende in der Kleinstadt Elsterwerda im Süden Brandenburgs. Unter dem Motto „E’da bleibt bunt statt Grau“ hatte die Stadt  einen Jugendaktionstag mit Halfpipe und Bands auf dem Marktplatz geplant. Einige Wochen später kündigte dann die NPD einen Aufmarsch durch die Innenstadt an. Daraus wurde selbsterklärend nichts, da ja die Halfpipes schon für den Tag auf dem Marktplatz eingeplant waren. Die Nazis mussten also in die Nebenstraßen. Soweit so gut. Oder auch schlecht. Denn obwohl auf Landeseben mittlerweile  bei allen demokratischen Parteien Konsens darüber besteht, dass das Agieren frei nach dem Motto, aus den Augen aus dem Sinn, ein äußerst kontraproduktives Mittel im Umgang mit Rechtsextremismus ist, entschied sich die Stadtverwaltung dafür, dass man von Seiten der Stadt den Nazi-Aufmarsch ignorieren werde. Weder war man bereit, ein großformatiges „Nazis, nein danke!“-Banner aufzuhängen, mit dem man die NPD schon am Bahnhof von Elsterwerda empfangen hätte können, noch vom Jugendfest aus politisch Farbe zu bekennen. So wies man uns netterweise bei der Anmeldung unseres grünen Standes auf dem Jugendfest darauf hin, dass dies aber keine politische Veranstaltung sei und auch keine explizite Aktion gegen Rechts. Das Titelende „statt grau“ und nicht wie üblich „statt braun“ sei schließlich ganz bewusst gewählt. Ebenso bewusst entschied sich dann die Junge Union als wir Grünen und die Jusos angekündigten, nun erst recht auf dem Jugendfest Farbe zu zeigen, selbst nicht auf dem Marktplatz präsent zu sein. Die Jung-Konservativen zogen es vor, ihre Bundestagsabgeordneten beim Besuch der Kleingärtner zu begleiten.

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