Der Güterverkehr auf Autobahnen trägt erheblich zum CO2-Ausstoß, zur Stickstoffbelastung, Feinstaub und Lärm bei. Die Prognosen zeigen ein weiterhin zunehmendes Wachstum für den Güterverkehr und immer mehr LKW auf unseren Straßen und Autobahnen auf.

Da der Verkehrssektor – und damit eben auch der Lastwagenverkehr – eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielt, müssen hier Lösungen gefunden werden, um die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen. Deshalb habe ich am 17. Juli 2014 die Gelegenheit genutzt und eine Teststrecke für elektrisch betriebene Lkw in der Uckermark besucht. Ich wollte wissen, welche alternativen Verkehrs- und Antriebsmodelle es für Lkw gibt und habe eine Antwort in Groß Dölln gefunden. Auf dem stillgelegten Militärflughafen errichtet die SIEMENS AG gemeinsam mit der TU Dresden und gefördert durch das Bundesumweltministerium, eine Teststrecke für Hybrid-LKW. Hier steht weniger die Speichertechnik mit großen Batterien im Vordergrund, sondern eine direkte Einspeisung durch Oberleitungen.

So einfach kann’s gehen: Eisenbahntechnik plus Lastwagen gleich eHighway! Ganz so einfach geht es dann wohl doch nicht, denn in diesem Projekt steckt eine Menge Ingenieurskunst und viel Hightech, die mich stark beeindruckt haben. Das Konzept basiert auf Lkw mit Hybridantriebstechnik für den elektrischen Betrieb an der Oberleitung. Bei Bremsvorgängen wird elektrische Energie zurückgewonnen und ins Energieversorgungsnetz zurückgespeist, wodurch sie anderen Hybridfahrzeugen zur Verfügung steht. Auf nicht elektrifizierten Streckenabschnitten fahren die Hybrid­Lkw wieder mit ihrem Dieselmotor.

Eine Straße ist keine Schiene und ein Lkw kein Zug, doch die entwickelten intelligenten Stromabnehmer samt Sensoren übertragen die elektrische Energie von der Oberleitung in das Fahrzeug und gleichen Fahrbewegungen innerhalb der elektrifizierten Fahrspur vollautomatisch aus. Selbst ein Überholmanöver ist kein Problem, denn wenn der Blinker gesetzt wird, löst sich der Stromabnehmer von der Oberleitung und der Dieselmotor springt an.

Ich bin davon überzeugt, dass wir dem zunehmenden Güterverkehr vor allem mit der Instandsetzung und besseren Auslastung der bestehenden Eisenbahnwege begegnen sollten. Ich glaube aber auch, dass das ENUBA-Projekt eine sehr sinnvolle Entwicklung für den Klimaschutz auf Autobahnen darstellen kann. Das Projekt und der Ingenieursgeist aller Beteiligten hat mich auf jeden Fall sehr beeindruckt. Vielleicht heißt es ja wirklich eines Tages: eMobility – Made in Uckermark.

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