Kraftwerk Jänschwalde, ©Lars Kunze/PIXELIO

Christian Füller hat mich für den Freitag (Ausgabe 17/16) interviewt. Darin sprechen wir unter anderem über den Verkauf der Vattenfall-Braunkohlesparte an EPH, Deutschland und die Pariser Klimaziele sowie die Rolle der Grünen in Nordrhein-Westfalen.

Das gesamte Interview finden Sie hier. 

Einen Ausschnitt können Sie hier nachlesen:

der Freitag: Frau Baerbock, jetzt steigt Vattenfall aus der Kohleförderung aus – und die Grünen schimpfen schon wieder …

Annalena Baerbock: Dass Vattenfall sein Kohlegeschäft in Brandenburg verkauft, löst kein Problem. Im Gegenteil, es macht alles komplizierter.

Wieso das?

Weil das Kohlegeschäft eben nicht schrittweise und verantwortungsvoll abgewickelt wird, sondern einfach den Besitzer wechselt. Hinter dem Käufer, der tschechischen Energie- und Industrieholding EPH von Daniel Křetínský, stehen Finanzinvestoren, die mit den Kraftwerken auch die Tagebaue und Förderrechte erwerben. EPH verfolgt eine knallharte Finanz-Heuschrecken-Politik. Die spielen – wie in Sachsen-Anhalt – mit dem Umzug ganzer Dörfer.

Wozu müssen immer noch Dörfer weichen? Ist der Kohleausstieg nicht längst beschlossen?

Im Prinzip ja. Die Vereinten Nationen haben gerade den in Paris beschlossenen Ausstieg aus der Verstromung fossiler Brennstoffe abgesegnet. Aber wir in Deutschland haben leider immer noch kein Gesetz zum Kohleausstieg, das einem neuen Betreiber für die gefräßigen Tagebaue an Orten wie Jänschwalde, Welzow oder Cottbus Grenzen setzen könnte. Die Landesregierung könnte dieses Abbaggern von Heimat in Brandenburg verhindern, will das aber nicht.

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