Bild: Rainer Sturm / PIXELIO

Das Klima verändert sich und dadurch auch der Wintertourismus in den Alpen- und Mittelgebirgsregionen. Dort hat sich der Tourismus in vielen Gemeinden zum bedeutendsten Wirtschaftszweig entwickelt und Arbeitsplätze sowie Wohlstand gebracht. Um die Wertschöpfung und damit Einkommen und Beschäftigung in den Regionen zu halten, muss sich das touristische Angebot an die sich wandelnden klimatischen Bedingungen anpassen. Ein zukunftsfähiger Tourismus im Alpenraum und den Mittelgebirgsregionen ist auf eine intakte Natur, eine klimaschonende Verkehrskonzeption und eine positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung angewiesen. Die weltweiten Klimaveränderungen wirken sich unmittelbar auf die Unternehmen sowie die touristischen Produkte im Alpenraum aus.

In einer gemeinsamen kleinen Anfrage haben Markus Tressel, Bärbel Höhn und ich die Bundesregierung zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den deutschen Wintertourismus befragt.

Die Antwort der Bundesregierung offenbart:

In Gebirgsregionen wird ein Temperaturanstieg von deutlich mehr als zwei Grad erwartet. Dadurch werde sich die Höhengrenze der natürlichen Schneesicherheit um 300 Meter nach oben verschieben. Zudem sei mit einer deutlich verkürzten und verlagerten  Wintersportsaison zu rechnen. Bereits heute sind 50% der deutschen Skigebiete auf künstliche Beschneiung angewiesen. In Zukunft würden nur noch 9 % der Skigebiete im Alpenraum natürlich schneesicher sein.

Wo nicht ausreichend alternative Angebote zum Skitourismus geschaffen werden, droht der Rückgang der Beschäftigung und der regionalen Wertschöpfung. In vielen Skiregionen wird dem Klimawandel hinterhergebaut. Man setzt auf mehr Beschneiungsanlagen und fördert dies auch noch mit Steuermitteln in Millionenhöhe. So wird die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Skitourismus verstärkt.

Schon im Oktober hatte die Grüne Bundestagsfraktion in einem Antrag zum deutschen Vorsitz der Alpenkonvention ein Umdenken bei der Tourismusentwicklung im Gebirgsraum gefordert. So könnten bestehende Strukturen zur Förderung des Tourismus stärker auf ganzjährigen Tourismus ausgerichtet werden, aus Bundesmitteln zur Tourismusförderung könnte ein Forschungsschwerpunkt „Innovationsprozesse im Tourismus am Beispiel des Alpenraumes“ finanziert werden und bestehende erfolgreiche Projekte zur Besucherlenkung könnten ausgebaut werden.


Hier finden Sie die gesamte kleine Anfrage nebst Antworten der Bundesregierung.

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