Klimaschutz

Steigende Meeresspiegel, Überflutungen, Dürren und die Zunahme von Wetterextremen. All diese wissenschaftlichen Beschreibungen des Klimawandels nehmen immer mehr Gestalt an und werden für die Menschen spürbarer. Der Klimawandel ist nichts abstraktes, er ist real und wird in seinem Ausmaß immer gefährlicher.

 

Mit dem Übereinkommen von Paris, das am 12.12.2015 verabschiedet wurde, haben 195 Staaten ein Klimaschutz-Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll verhandelt. Dieses ist zwar nicht perfekt, lässt mich jedoch optimistischer als zuvor in die Zukunft blicken. Denn zum einen wurde darin festgehalten, sich darum zu bemühen, dass „der Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau gehalten wird und Anstrengungen unternommen werden, um den Temperaturanstieg auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen“. Zum anderen ist es in Rekordgeschwindigkeit gelungen, dass das Abkommen auch in Kraft tritt: Bereits Anfang Oktober 2016 konnte die doppelte Schwelle von 55 Staaten, die das Übereinkommen auf nationaler Ebene ratifiziert haben, die für mindestens 55 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, genommen werden.

 

Doch noch immer gilt: Alle Länder müssen einen fairen und gerechten Beitrag zum Klimaschutz leisten, denn die bisherigen Ziele, die sich die Staaten individuell gesetzt haben, reichen in der Summe bei weitem nicht aus, um die Erderwärmung auf deutlich unter 2° zu halten. Meine Aufgabe sehe ich darin, der Bundesregierung ihre Verantwortung klar zu machen. Denn in vielen Bereichen ist die Bundesrepublik Deutschland kein Vorreiter mehr. So finanziert sie Kohleprojekte weltweit und hält sich nicht an internationale Zusagen, wie sie hier an einigen Beispielen auch grafisch dargestellt sehen können.

 

Als Energiewendeland muss sich die Bundesregierung endlich wieder dafür einsetzen, dass Deutschland und die Europäische Union einen gefährlichen Klimawandel vermeiden und der Umstieg auf eine CO2-neutrale Gesellschaft gelingt. Konkret heißt das, dass wir den Treibhausgasausstoß auf ein Minimum reduzieren, die Erneuerbaren umfangreich ausbauen und weniger Energie verbrauchen.

 

Für Deutschland haben wir ein Klimaschutzgesetz vorgelegt, das diesen Zielen Rechnung trägt. Für Europa setzen wir uns für eine ambitionierte und verbindliche Klimastrategie ein, die alle Mitgliedstaaten in die Pflicht nimmt. Wir fordern ein CO2-Reduktionsziel von mindestens 30 Prozent bis 2020 ein. Für die 2030-Klimastrategie der Europäischen Union fordern wir einen neuen Dreiklang von mindestens 40 Prozent Energieeinsparung, mindestens 45 Prozent Erneuerbare Energien und mindestens 55 Prozent Reduzierung der Treibhausgase bis 2030. Dabei ist für mich klar, dass eigenständige Ziele für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz unverzichtbar sind und klare Investitions- und Innovationssignale für die Wirtschaft setzen.

 

Lesen Sie im Folgenden die aktuellsten Berichte, Pressemitteilungen und Initiativen rund um das Thema Klimaschutz.

20.10.2017

Zum heute vorgelegten Klimaschutz-Sofortprogramm der Zivilgesellschaft erklären der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter und Annalena Baerbock MdB: „Das Klimaschutz-Sofortprogramm ist ein Weckruf an die künftige Bundesregierung. Das breite Bündnis aus Umwelt- und Entwicklungsverbänden bis hin zu den Landeskirchen spiegelt den breiten gesellschaftlichen Konsens wieder, dass beim Klimaschutz endlich etwas getan werden muss. Auch wir erinnern Angela Merkel […]

Weltkugel in zwei geöffneten Händen

13.10.2017

Die EU-Umweltminister beraten heute mit den LULUCF- und Effort-Sharing-Verordnungen das größte Klimapaket der Europäischen Union. Dazu erklärt Annalena Baerbock, Mitglied der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen: „Dieses Paket wird unseren internationalen Klimaverpflichtungen nicht gerecht. Denn noch immer sind die Reduktionsvorgaben nicht im Einklang mit dem Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu […]

Strommast vor blauem Himmel

15.09.2017

Zu den Äußerungen des Wirtschafts- und Energieministers Albrecht Gerber beim Treffen mit den Präsidenten der Handwerkskammern sagt Annalena Baerbock, Sprecherin für Klimapolitik und Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg: „Albrecht Gerber verschweigt bedauerlicherweise erneut die Ursachen für die ungerechte Verteilung der EEG-Umlage. Die Große Koalition hat EEG-Ausnahmen für die Großindustrie auf inzwischen 6,5 Milliarden Euro hochgeschraubt. Großunternehmen zahlen […]

14.09.2017

Die Entscheidung des Europäischen Parlaments, den internationalen Flugverkehr weiterhin aus dem europäischen Emissionshandel auszuschließen, kommentiert Annalena Baerbock, Sprecherin für Klimaschutz: „Die Mehrheit aus konservativen, sozialdemokratischen und liberalen EU-Abgeordneten geht der Luftfahrtlobby auf den Leim. Die Verlängerung der „Stop-the-clock“-Entscheidung ist schlecht für das Klima. Die heutige Abstimmung basiert auf der Annahme, dass das ICAO-Abkommen die Emissionen […]

Schaufel eines Kohlebaggers

25.08.2017

Weil die Kohlemeiler durchlaufen, werden die Netze überlastet und Windräder abgeschaltet. Den klimapolitischen Unsinn wollen wir stoppen und Kohlekraftwerke stilllegen. Deutschland erzeugt Strom im Überfluss. In den letzten fünf Jahren haben sich die deutschen Stromexportüberschüsse fast verzehnfacht und lagen 2016 bei rund 54 Mrd. Kilowattstunden. Das entspricht der Stromerzeugung der fünf größten deutschen Atomkraftwerke im […]