#COP21: Klimajahr 2015

2015 ist ein entscheidendes Jahr für den Klimaschutz.

Seit dem Jahr 1900 hat sich die Erde im weltweiten Durchschnitt bereits um gut 0,7 Grad Celsius erwärmt. Schon heute spüren wir die negativen Auswirkungen der Klimakrise durch Extremwetterlagen wie Dürren, Unwetter oder Orkane – auch hier und bei uns.

Nach Einschätzung der Wissenschaft können drastische Klimaänderungen noch verhindert werden, wenn es gelingt, den Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Im Schnitt dürfen die Menschen im Jahr 2050 nur noch höchstens zwei Tonnen pro Kopf an Treibhausgasen emittieren. Für Deutschland bedeutet das eine Emissionsreduktion im Bereich von 80 bis 95 Prozent.

Ein solches Ziel ist aber nur zu erreichen, wenn wir insgesamt die Art, wie wir leben und wie wir produzieren, von Grund auf umstellen und nicht mehr Ressourcen verbrauchen als uns tatsächlich zur Verfügung stehen.

Nichthandeln wird teurer als Handeln

Mit der Klimakonferenz der Vereinten Nationen Ende des Jahres in Paris bekommt der Klimaschutz in diesem Jahr endlich die Aufmerksamkeit, die er verdient. Und es ist allerhöchste Zeit! Die Kosten, die durch Extremwetterlagen anfallen, sind immens – und mit fortschreitender Klimakrise werden sie immer größer. Nichthandeln wird teurer als Handeln, das hat auch der jüngste Bericht des Weltklimarates IPCC gezeigt.

Für uns Grüne ist klar: Wir müssen es schaffen, den globalen Temperaturanstieg auf allerhöchstens 2 Grad zu begrenzen. Dafür muss ein Großteil der weltweiten Vorräte an Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben.

Mittlerweile haben das auch – anders als noch in Kopenhagen 2009 – die USA und China erkannt und sich für mehr Klimaschutz stark gemacht. Gemeinsam mit der EU sind diese beiden Länder für mehr als 50% der globalen Emissionen verantwortlich. Somit besteht endlich eine starke Gruppe, die den Klimaschutz vorantreiben kann.

In Paris besteht daher die Chance, ein neues Weltklimaabkommen zu beschließen, welches ab 2020 das sogenannte Kyoto-Protokoll ablöst und die Staaten zur Minderung von Treibhausgasemissionen verpflichtet. Diese Chance muss genutzt werden!

Grün treibt an – Gemeinsam gegen die Klimakrise

Die Klimakonferenz COP21 in Paris (hier unsere grünen Forderungen) kann nur erfolgreich werden, wenn alle großen Treibhausgas-Emittenten ihre eigenen Klimaschutzpakete ehrgeizig und gewissenhaft vorbereiten. Das Klimajahr 2015 braucht daher Bekenntnisse der höchsten politischen Ebenen. Daher wird in Paris auch viel davon abhängen, wie ambitioniert und glaubwürdig die deutsche Bundesregierung im Vorfeld und auf der Konferenz auftritt.

Doch momentan steht es nicht gut um die deutsche Vorreiterrolle: Im Jahr 2013 wurde in Deutschland so viel klimaschädliche Braunkohle verstromt wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Auch in Folge dessen ist Deutschland derzeit weit davon entfernt, das selbstgesteckte Klimaziel von minus 40 Prozent bis 2020 zu erreichen. Der faule Kompromiss der Parteivorsitzenden von SPD, CDU und CSU, ein paar Braunkohleblöcke in eine Reserve zu schieben, um CO2 im Stromsektor einzusparen, hat das 40-Prozent-Ziel in weite Ferne gerückt.

Deswegen fordern wir von Angela Merkel unter anderem ein ambitioniertes nationales Klimaschutzgesetz, die Einleitung des Kohleausstiegs sowie den Einsatz für einen EU-weiten CO2-Mindestpreis. Es ist an uns Grünen, die Bundesregierung hier entsprechend zu treiben.

Das Jahr 2015 ist entscheidend für den globalen Klimaschutz. Wir Grüne kämpfen dafür – vor Paris, in Paris und nach Paris

Schaufel eines Kohlebaggers

25.08.2017

Die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat eine Studie zum Stromexport bei era – energy research in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Fazit: Deutschland produziert viel mehr Strom als im Land verbraucht wird. In den letzten fünf Jahren haben sich die deutschen Stromexportüberschüsse fast verzehnfacht. Auch Brandenburg exportiert 60 Prozent des Stroms, weil gerade hier […]

18.08.2017

Die Klimakrise ist nicht nur eine ökologische Katastrophe, sondern hat auch eine sicherheitspolitische Dimension. Gemeinsam mit Bärbel Höhn, Jürgen Trittin und Omid Nouripour habe ich analysiert, wie klimatische Veränderungen, Konflikte verschärfen – mit entsprechenden Folgen für die weltweite Migration. Das policy-paper können Sie hier als PDF herunterladen oder unten im Volltext lesen Die Klimakrise als […]

14.06.2017

Strukturwandel in der Lausitz hat längst begonnen – nicht nur in der Braunkohlewirtschaft Mit dem seit langem absehbaren Auslaufen der Braunkohlewirtschaft ist ein umfassender Strukturwandel-Prozess in der Lausitz in Gang gekommen, mit dem viele Fragen, Sorgen und Ängste verbunden sind: Kann die Lausitz industriell geprägte Energieregion bleiben und was muss dafür ggf. unternommen werden? In […]

14.11.2016

Ein Jahr nach der wegweisenden Klimakonferenz von Paris geht der Nachfolger, die COP22 in Marrakesch heute in die zweite Woche. Was heraussticht: Der Kampf für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit wird zunehmend auf dem Feld der Finanz- und Haushaltspolitik ausgetragen. Investitionen sollen umgeleitet werden von klimaschädlichen in nachhaltige und klimafreundliche Bereiche. Zur Erreichung der Pariser Klimaziele und der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs).
Die wichtigsten Instrumente dafür: Transparenz in die Finanzmärkte bringen und damit aufzeigen, welche ökologischen und sozialen Auswirkungen Kapitalanlagen und Investments haben. In unserem Autor*innenpapier stellen wir (Annalena Baerbock, Reinhard Bütikofer, Anna Cavazzini, Georg Kössler, Christian Bothe) die Eckpunkte dieser Finanzwende vor und zeigen auf, was global, auf europäischer, auf Bundes-, oder auch kommunalen Ebene dafür getan werden kann.

20.09.2016

Lange gab es von Seiten der Bundesregierung zur Ratifizierung des Abkommens von Paris nichts zu hören – doch plötzlich muss alles ganz schnell gehen. Noch diese Woche soll über das Ratifizierungsgesetz im Parlament abgestimmt werden, damit Deutschland in Sachen Klimaschutz nicht hinter China oder den USA zurückhängt. Doch Schwarz-Rot handelt hier aus der Position einer Getriebenen: Der formelle Beitritt zum Abkommen von Paris, so begrüßenswert er ist, wird nicht durch eigene Konzepte untermauert. Denn während auf der einen Seite die Unterschrift unter den neuen Klimavertrag noch diesen Monat kommen soll, wird der groß angekündigte Klimaschutzplan 2050 immer weiter verwässert und ausgehöhlt.