Am Tagebau Welzow-Süd. Foto: Team Baerbock

Gemeinsam mit einer Gruppe Journalisten aus der Bundeshauptstadt besuchte ich Ende Juli das Lausitzer Braunkohlerevier. Mein Ziel war es, die Bedeutung der Braunkohle und vor allem ihre Folgen für die Region zu verdeutlichen. Bevor es zu einem Besuch des Tagesbaus Welzow ging, waren wir zu Gast im Wasserwerk Briesen der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA). Geschäftsführer Gerd Weber erläuterte die Probleme der hohen Sulfatbelastung der Spree für die Trinkwasserversorgung für Frankfurt (Oder) und Umgebung. Seit Jahren verzeichnet das Wasserwerk steigende Sulfatwerte und muss Grundwasser aus anderen Quellen beimischen, um die gesetzlichen Grenzwerte im gelieferten Trinkwasser einzuhalten. Diese reichen aber langfristig nicht aus, so dass das Wasserwerk Müllrose wieder instandgesetzt werden muss. Die Investitionskosten hierfür kann die FWA nicht allein tragen, zumal sie auch nicht Verursacher der hohen Sulfatkonzentration in der Spree ist. Die Ursache liegt im Sanierungsbergbau und der aktiven Tagebaue. Das Bundesfinanzministerium verweigert bisher jedoch eine Mitfinanzierung über die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV).

Nach diesen „unsichtbaren“ Folgen der Braunkohleverstromung machten die verockerten Fließe und Gewässer rund um den Tagebau Welzow das Ausmaß der ökologischen Beeinträchtigung durch die Kohlegewinnung sichtbar. Rostbraune und ökologisch tote Gewässer prägen die Landschaft – von einer touristisch nutzbaren Bergbaufolgelandschaft kann noch lange keine Rede sein. Der Landesgeschäftsführer des BUND Brandenburg, Axel Kruschat, erläuterte uns die ökologischen Folgen des durch Eisenhydroxid verseuchten Wassers und erklärte, wie Vattenfall die Messstellen an den Einleitstellen des Grubenwassers mit Duldung des Landesbergamtes verschob, um bessere Ergebnisse zu erhalten und damit Folgemaßnahmen zu umgehen.

Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch der LMBV-eigenen Grubenwasserreinigungsanlage in Vetschau. Gemeinsam mit Winfried Böhmer vom Aktionsbündnis Klare Spree e.V. stellte sich Dr. Uwe Steinhuber von der LMBV unseren Fragen. Wenngleich nicht so deutlich artikuliert, wurde alle Teilnehmern klar, dass die LMBV finanziell deutlich besser ausgestattet werden muss. Die Braunkohlesanierung in der Lausitz ist ein Jahrhundertprojekt und auch die Bundesregierung muss sich der Herausforderung stärker bewusst werden. Dies muss sich im Verwaltungsabkommen für die Zeit nach 2017 deutlich wiederspiegeln.

Leider wurde mir und meinen Gästen ein Besuch bei Vattenfall verwehrt. Als Grund hierfür gab der Konzern meine Rolle als Parlamentarische Beobachterin während des Kohleprotests rund um Pfingsten an. Ich bedaure dies sehr, denn ich bin davon überzeugt, dass man nicht einer Meinung sein muss, um miteinander im Gespräch zu sein. Dennoch empfand ich den Tour-Tag als sehr gelungen und informativ.

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