Titelbild des Böll-Kohleatlas: Weltkarte, dargestellt durch glühende Kohlen.

Grafik: Creative Commons (CC-BY-SA) - Heinrich-Böll-Stiftung, BUND

Zu dem heute präsentierten Kohleatlas der Heinrich-Böll-Stiftung und des Bund für Umwelt und Naturschutz erklärt Annalena Baerbock, Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg und Sprecherin für Klimapolitik:

„Der Kohleatlas trägt hoffentlich zu einer Versachlichung der oft irrationalen Debatte über die klimaschädliche Kohleverstromung bei. Die Daten und Fakten sprechen eine eindeutige Sprache: Ein Festhalten an der Kohle können wir uns nicht länger leisten – weder ökologisch noch ökonomisch. Die Bundesregierung und die Landesregierungen der Revier-Länder müssen endlich anfangen, die Energiewende zu Ende zu denken. Deutschland kann nicht Energiewendeland sein und gleichzeitig größter Produzent der klimagefährlichen Braunkohle bleiben. Wir brauchen jetzt den Einstieg in den Ausstieg aus der Kohleverstromung – nur so kann effektiver Klimaschutz und der sozialverträgliche Strukturwandel mit erneuerbaren und klimagerechten Arbeitsplätzen gewährleistet werden. Einen ersten Schritt kann und muss der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgeschlagene Klimabeitrag für fossile Kraftwerke sein. Dafür muss sich auch die Bundeskanzlerin einsetzen – und zwar noch vor dem G7-Gipfel.“

Hintergrund:
Die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) haben heute gemeinsam den „Kohleatlas – Daten und Fakten über einen globalen Brennstoff“ vorgestellt. Nach den erfolgreichen Publikationen des Fleisch- und des Bodenatlas‘, verschafft auch der Kohleatlas einen hervorragenden Gesamtüberblick über die globalen Auswirkungen der klimaschädlichen Kohleverstromung. Neben der Hauptverantwortung für die Klimakrise und weltweite Probleme wie Menschenrechtsverletzungen, massive Gesundheitsfolgekosten oder dem Platzen der Kohlenstoffblase thematisiert der Kohleatlas auch Deutschlands Rolle im Kohlebergbau und bei der Kohleverbrennung. Trotz der Energiewende ist Deutschland weltweit der größte Förderer von Braunkohle. Bislang wurde eine Fläche von ca. 246.000 Fußballfeldern für den schmutzigen Energieträger geopfert und über 100.000 Menschen zur Umsiedlung gezwungen. Auch bei den direkten und indirekten Subventionen von Kohle ist Deutschland Spitzenreiter. Nach Japan und den USA zählt die Bundesrepublik mit 4,8 Milliarden US-Dollar zu den weltweit größten Finanziers der Kohleverstromung und liegt damit weit über dem europäischen Durchschnitt.

Auch das Lausitzer Kohlerevier wird im Zusammenhang mit den sozialen, ökonomischen und ökologischen Folgen des Kohlebergbaus thematisiert. So verschwanden allein in der Lausitz bisher 84 Ortschaften durch den Braunkohlebergbau, 7 weitere sind trotz fehlender energiepolitischer Notwendigkeit noch immer von Vertreibung bedroht.

Den Kohleatlas finden Sie hier: http://gruenlink.de/ygk


Bild: Kohleatlas 2015 von BUND und Heinrich-Böll-Stiftung

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