Schaufel eines Kohlebaggers

Schaufel eines Kohlebaggers, Quelle: pixabay, CC0

Die Kurzstudie Arbeitsplätze in Braunkohleregionen – Entwicklungen in der Lausitz, dem Mitteldeutschen und Rheinischen Revier„, welche im Auftrag der bündnisgrünen Bundestagsfraktion die Arbeitsplatzeffekte eines Braundkohleausstiegs untersucht, schließt:

„Statt unrealistischer Bekenntnisse, dass „die Braunkohle noch sehr lange wichtig bleiben wird“57 sollten die drei ostdeutschen Landesregierungen sowie die Landesregierung NRW mit den Braunkohleunternehmen daran arbeiten, dass klare Ausstiegshorizonte mit neuen Perspektiven – im Dienstleistungssektor, Energiemanagement, Logistik, Automatisierungstechnik und Rekultivierung und Landschaftspflege – entwickelt und implementiert werden, und diese zum schnelleren Ausstieg aus einer todgeweihten und zerstörerischen Branche motiviert werden.“

Die Studie zeigt dabei , dass der Strukturwandel auch im Braunkohlesektor längst Tatsache ist. In Braunkohlentagebauen und -kraftwerken der allgemeinen Versorgung bestehen nur noch rund 20.000 direkte Arbeitsplätze. Nach Angaben des Braunkohleverbandes DEBRIV sind es im von RWE betriebenen Rheinischen Revier weniger als 9.000, im Mitteldeutschen Revier weniger als 2.600 und in der Lausitz weniger als 7.900.

Damit liegt der Anteil der Beschäftigten in der Braunkohle an der gesamten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sowohl auf Bundesebene als auch in jedem betroffenen Bundesland (Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt) nur im Promillebereich.

Immer weniger Kumpel

Die Kohlenutzung ist schon lange ein Auslaufmodell. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie der Motor für wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Doch bereits seit Jahrzehnten nimmt diese Bedeutung kontinuierlich ab: von 650.000 Beschäftigten zu Beginn der 1960er Jahre ist heute nur noch ein Bruchteil übrig. Gerade in Ostdeutschland ist der Rückgang in den 1990er Jahren besonders massiv gewesen. Der anstehende Abschied von der Kohleverstromung ist insofern der letzte Baustein eines langen Prozesses. Die grüne Bundestagsfraktion hat in einer Studie ermittelt, dass es in der Braunkohle-Branche nur noch maximal 20.000 direkte Arbeitsplätze gibt – etwa 9.000 im Rheinischen, 2.600 im Mitteldeutschen Revier und knapp 7.900 in der Lausitz. Damit liegt der Anteil der Beschäftigten in der Braunkohle an den gesamten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowohl auf Bundesebene als auch in jedem betroffenen Bundesland (Brandenburg, NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt) nur noch deutlich unter einem Prozent. Bereits heute sind 40% der im Bergbau Tätigen über 50 Jahre alt und werden bis 2021 weitgehend sozialverträglich und wohlverdient in Rente gehen. Gleichzeitig gibt es – insbesondere in der Lausitz – einen starken Fachkräftemangel, der sich in Zukunft noch verschärfen wird.

Regionen stellen sich neu auf

Die Zukunft der Energie ist grün. Das zeigen auch die Arbeitsplatzzahlen. In der Erneuerbaren-Branche arbeiten heute bundesweit 17 Mal mehr Menschen als in der Braunkohlenwirtschaft. Selbst im noch stark von der Braunkohle geprägten Brandenburg beschäftigen die Erneuerbaren über 17.000 Menschen, das sind mehr als doppelt so viele wie in der Kohle. Doch auch die Kohlebranche stellt sich neu auf. So zeigt die arepo-Studie anhand des Beispiels der MIBRAG im Mitteldeutschen Revier, dass auch nach Ende der Kohlenutzung viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Diese gut ausgebildeten Kräfte werden für die Sanierung und Renaturierung der Tagebaue gebraucht. Und: Die MIBRAG stellt aktuell neue Arbeitskräfte ein und entwickelt sich zu einem Fachbetrieb für die Landschaftsplanung.

Download der Kurzstudie

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