Schweine in der Massentierhaltung

Massentierhaltung von Schweinen - Bild: pixabay (CC0)

Vom 20. bis 29. Januar findet die 82. Internationale Grüne Woche in Berlin statt. Grund genug, über unsere Landwirtschaft und deren Auswirkungen auf unser Leben nachzudenken. Denn wie wir unsere Erde bewirtschaften, ist ein entscheidender Schlüssel zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit wie Klimawandel und Ernährung der immer weiter wachsenden Erdbevölkerung.

Klimaschäden durch die industrielle Landwirtschaft

Gerade in Sachen Klimaschutz wird der Bereich Land- und Forstwirtschaft oft vernachlässigt. Dabei entstehen weltweit 24 Prozent der Treibhausgase in der Land- und Forstwirtschaft. Für rund die Hälfte davon sind in der Landwirtschaft anfallende Treibhausgase verantwortlich. Hier spielen besonders Methan und Lachgas eine große Rolle, denn sie sind nochmals schädlicher für das Klima als CO2: 1kg Methan hat die Wirkung von 21kg CO2 – und die Verdauung von Wiederkäuern wie Rinder und Schafe hat mit etwa 60 Prozent den größten Beitrag an den globalen Methanemissionen. Lachgas hingegen, das vor allem beim Einsatz von Stickstoffdünger und Dung aus der Tierhaltung freigesetzt wird, ist sogar 300-mal so klimaschädlich wie CO2 und baut sich erst nach 114 Jahren ab.

Für die andere Hälfte ist die Entwaldung verantwortlich, also die Tatsache, dass Regenwald (hauptsächlich) für Viehwirtschaft oder den Anbau von Soja und anderen Futterpflanzen gerodet wird. Denn Ackerböden haben – abgesehen von Wüsten und Halbwüsten – den niedrigsten Gehalt an Kohlenstoff von allen Landflächen. Jede Umwandlung von Land in Ackerfläche hat deshalb Freisetzungen von Kohlendioxid zur Folge und beschleunigt damit den Klimawandel.

Mehr Fleisch bedeutet weniger Nahrung

Kuchendiagramm zeigt Anteile an der Nutzung agrarwirtschaftlicher Fläche: 70% Viehhaltung, 20% Futtermittel, 10% sonstiges

Grafik: Team Baerbock (Quelle: 5. IPCC-Sachstandsbericht, UBA)

Das zeigt auch: unsere Erde hat eigentlich genügend Platz, um die gesamte Bevölkerung mit ausreichend Nahrung zu versorgen – wenn da nicht unser großer Hunger nach Fleisch wäre. Denn die Fleischproduktion nimmt mit Abstand den größten Anteil an der Nutzung global vorhandener Ackerfläche ein: 70% der globalen landwirtschaftlich genutzten Fläche wird als Weideland genutzt, weitere 20% zum Anbau von Futtermitteln wie Soja oder Mais. Erst auf den letzten 10% der weltweit Landwirtschaftlich genutzten Fläche werden Nahrungsmittel, Biokraftstoffe und sonstige Produkte wie Baumwolle angebaut. Die Reduzierung unseres Fleischkonsums ist deshalb das beste Mittel, die Rodung von Regenwäldern zu verhindern und die Versorgung der Erdbevölkerung mit Lebensmitteln zu sichern.

Unter Massentierhaltung leiden Mensch und Tier

Die Tiere, die wir dabei im Verlauf unseres Lebens essen, werden meist unter unwürdigen Bedingungen gehalten: Die Massentierhaltung bleibt der große Schandfleck unserer Landwirtschaft. Millionen Tiere leiden zusammengepfercht in riesigen Ställen auf engstem Raum. Küken werden die Schnabelspitzen ohne Betäubung abgeschnitten, und Ferkeln die Schwänze.

Tiere überleben diese Qualen oft nur, weil sie massenhaft mit Antibiotika behandelt werden. Immer mehr Keime werden so resistent gegen Antibiotika und landen später in unserer Wurst. Die hohen Antibiotika-Rückstände im Fleisch sorgen so für immer mehr Resistenzen. Mediziner*innen und Mikrobiolog*innen warnen bereits vor dem Rückfall in ein prä-antibiotisches Zeitalter. Deshalb kostet Fleisch aus Massentierhaltung auch nicht nur das, was auf der Verpackung steht. Den wahren Preis zahlen wir mit unserer Gesundheit, mit dem Raubbau an der Natur, mit dem Sterben der Bauernhöfe und millionenfachem Tierleid.

 

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