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Die Klimakrise ist auch bei uns in Deutschland angekommen. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat anhand von Studien herausgearbeitet, dass in Deutschland mehr als drei Millionen Menschen in Gebieten wohnen, die als überflutungsgefährdet gelten.

In einer aktuellen Ausarbeitung Meeresspiegelanstieg und seine Auswirkungen auf die Bevölkerung stellt der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages fest: Bereits von 1990 bis heute ist der Meeresspiegel um 20 cm gestiegen, gegenwärtig steigt er um 0,35 cm pro Jahr. Bei einem weltweit gleichbleibenden Anstieg des CO2-Ausstoßes würde der Meeresspiegel in 300 Jahren um bis zu fünf Meter steigen und damit Gebiete überfluten, in welchen weltweit derzeit rund 200 Mio. Menschen, zum Ende des 21. Jahrhunderts schätzungsweise 400-500 Mio. Menschen, leben.

Ohne Küstenschutz seien bei einem prognostizierten globalen Meeresspiegelanstieg von 0,5-2 m bis ins Jahr 2100 72-187 Mio. Menschen weltweit von Landverlusten betroffen.

Für Deutschland gelten laut den Wissenschaftlern im Jahr 2100 die Gebiete an der Nordsee, die nicht höher als 5 m über dem Meeresspiegel liegen als überflutungsgefährdet. An der Ostseeküste jene Bereiche, die bis 3 m über dem Meeresspiegel liegen. In diesen überflutungsgefährdeten Gebieten leben rund 3,2 Mio. Menschen. Europaweit seien bei einem Meeresspiegelanstieg von 1 m bis 2100 etwa 13 Mio. Menschen bedroht. 

Die Zahlen zeigen: Die Klimakrise verschärft sich und sie ist auch bei uns angekommen. Um unserer Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen gerecht zu werden, muss sich die Bundesregierung endlich für ambitioniertere Energie- und Klimaziele in Deutschland und auf internationaler Ebene einsetzen, statt diese auszubremsen. Nur mit einem raschen Kohleausstieg, einer CO2-Bepreisung auf fossile Brennstoffe und einem Klimaschutzgesetz können wir die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad begrenzen und damit den Meeresspiegelanstieg begrenzen.

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