Rachel Tippelt in der Kathedrale von Coventry vor dem Kunstwerk "Aktion Sühnezeichen" - Bild: privat

Rachel Tippelt in der Kathedrale von Coventry vor dem Kunstwerk "Aktion Sühnezeichen" - Bild: privat

Auslandsaufenthalte sind wichtig, um den eigenen Horizont zu erweitern. Wie prägend ein Austauschjahr, ein Jahr als Au-pair oder ein Freiwilligendienst in einem anderen Land sind, habe ich durch meinen Aufenthalt in den USA selbst erfahren. Deshalb freue ich mich, auch selbst junge Menschen zu unterstützen, eine ähnliche Erfahrung zu machen.

Derzeit unterstütze ich Rahel, eine gebürtige Potsdamerin, die mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste  in Coventry einen Freiwilligendienst absolviert.

Vielen Dank an Rahel für den schönen Bericht und für ihr Engagement für Völkerverständigung und Versöhnung!


Rahel berichtet aus Coventry

Ich heiße Rahel Maria Tippelt, bin 27 Jahre alt und lebe seit Anfang September für ein Jahr in England und leiste dort einen Freiwilligendienst mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF). Die letzten zwei Jahre habe ich in Halle Erziehungswissenschaft studiert.

Ich arbeite sehr gerne mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Milieus zusammen und liebe es neue Sprachen zu lernen, was mich dazu gebracht hat mich für einen Friedensdienst zu bewerben. Außerdem habe ich das Gefühl, im Rahmen des Dienstes etwas zurückgeben und im Kleinen bewegen zu können, was ich an Güte in meinem Leben in Deutschland die letzten Jahre erfahren habe.

Mittlerweile bin ich seit fünf Monaten ein Teil des Teams für Versöhnung der Kathedrale in Coventry. Vielen Dank an dieser Stelle für die Patenschaft durch Frau Baerbock. Ohne diese Unterstützung wäre mein Friedensdienst nicht möglich.

Ich arbeite als Mitglied für das „Reconciliation Ministry Team“. Anfang September bin ich sehr herzlich im Team aufgenommen worden, welches von der Pfarrerin Sarah Hills geleitet wird. Die Arbeit des Teams für Versöhnung besteht aus verschiedenen Teilprojekten, in die ich auf unterschiedliche Art und Weise eingebunden bin.

Meine Hauptaufgabe ist es, für die Nagelkreuzgemeinschaft zu arbeiten. Wir sind ein christliches Netzwerk mit über 200 Partnergemeinschaften weltweit, die im Zeichen von Frieden und Versöhnung arbeiten und in die Welt hinaustragen.

Rachel Tippelt in der Kathedrale von Coventry vor dem Kunstwerk "Aktion Sühnezeichen"

Rachel Tippelt in der Kathedrale von Coventry vor dem Kunstwerk „Aktion Sühnezeichen“

Ich bin für den Kontakt mit den Partnergemeinschaften in Deutschland, Mittel- und Osteuropa verantwortlich. Das bedeutet zum Beispiel, dass über mich Anfragen zur Mitgliedschaft in der Nagelkreuzgemeinschaft gestellt werden.

Außerdem gehört mit zu meinen Aufgaben die Pilgrimages mitzuorganisieren und –gestalten. Zweimal im Jahr laden wir Partnergemeinschaften, interessierte Gemeinschaften und Personen ein, mit uns drei Tage zu verbringen und im Austausch, Workshops und im Gebet sich über die Versöhnungsarbeit des jeweils anderen zu informieren und gemeinsam voneinander zu lernen. Dieser Austausch ist sehr inspirierend, besonders, prägend und hat auch mich tief bewegt. Ich habe aus dieser Veranstaltung auch persönlich viel für mich mitnehmen können. Vor allem, dass Versöhnungs- und Friedensarbeit im Kleinen beginnt. Dass dabei die Versöhnung ein langer Prozess ist, der niemals vollends erreicht werden kann und an dem fortlaufend gearbeitet werden muss. Hoffnung mit eines der wichtigsten Elemente ist, mit meinem Friedensdienst einen Teil auf meine Art und Weise dazu betragen kann und die Art und Weise von Versöhnung die unterschiedlichsten Formen annehmen kann und in den Unterschiedlichsten Bereichen notwendig ist.

Die Kathedrale versteht sich mit ihrer Geschichte als Ausgangsort und Basis von Versöhnung und des weltweiten Netzwerks für Versöhnungsarbeit. Sie geht aber auch als Beispiel voran und mit einer anleitenden Funktion, die Menschen, Partner, zerstrittene Parteien zusammenbringt, um in einen Austausch zu treten.

Außerdem arbeite ich noch in einigen anderen Bereichen. Ich werde bald beginnen als Guide Gruppen die Geschichte der Kathedrale in Coventry näher zu bringen, Workshops im Schulteam mitgestalten, Veranstaltungen rund um das Team Versöhnung und Frieden mitzuorganisieren und zu betreuen, ich habe auch meine eigenen Projekte, die ich gestalte und plane. Außerdem helfe ich auch einfach überall mal aus wo ich gebraucht werden.

Zu meinem Freiwilligendienst gehört auch, dass ich einmal wöchentlich eine ältere Dame im Altersheim besuche und mit ihnen Freizeit verbringe und gestalte. Dieses Treffen ist über die „Association for Jewish Refugees“ organisiert und bereitet mir sehr viel Freude.

Insgesamt bin sehr glücklich, dass mich mein Weg hierher geführt hat und ich die Möglichkeit habe einen Teil dieses wundervollen Teams in Coventry zu sein. Ich genieße jede Minute meines Aufenthaltes. An dieser Stelle möchte ich für die Unterstützung danken, durch die erst diese Arbeit im „Reconciliation Ministry Teams“ der Kathedrale von Coventry  und das Jahr in England für mich möglich ist.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.