kleiner Maivogel, auch Eschen-Scheckenfalter genannt.

kleiner Maivogel, auch Eschen-Scheckenfalter genannt. Bild: Thgoiter/wikipedia, CC BY-SA 2.5

Die von der Grünen Bundestagsfraktion in Auftrag gegebene Studie zum Artenschwund bei Schmetterlingen zeigt auf, dass 42 Prozent der Tagfalter in Deutschland bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht sind. Ursachen sind der hohe Pestizid-Einsatz in der industriellen Landwirtschaft, das Verschwinden artenreicher Blumenwiesen und die anhaltende Flächenversiegelung.

 Annalena Baerbock, Grüne Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg erklärt hierzu:

„Die Ergebnisse sind alarmierend, die Folgen für unser Ökosystem fatal. Denn Schmetterlinge spielen eine Schlüsselrolle in der Bestäubungskette. Wenn wir in der Landwirtschaftspolitik nicht endlich gegensteuern, werden unsere Enkelkinder heimische Schmetterlinge wie den Eschen-Scheckenfalter nicht mehr bewundern können. Ich fordere ein schnelles Verbot der für Bestäuber besonders gefährlichen Insektizide und einen ambitionierten Plan zur umfassenden Pestizidreduktion in Deutschland und Europa. Gerade das Ackergift Glyphosat, über dessen Neuzulassung derzeit auf europäischer Ebene verhandelt wird, stellt für Schmetterlinge ein großes Problem dar, da es ihre Nahrungsgrundlagen zerstört. Die deutsche Bundesregierung muss sich daher in Brüssel gegen die Neuzulassung von Glyphosat einsetzen.“

An dieser Stelle möchten wir Sie auf den Aktionstag und die Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat aufmerksam machen. Am Samstag, den 13. Mai, werden bundesweit Unterschriften für die Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen die Neuzulassung des Ackergifts Glyphosat gesammelt. Am 17./18. Mai tauschen sich die EU-Staaten in Brüssel über das weitere Vorgehen in Sachen Glyphosat auf. Im Juli könnte dann schon darüber abgestimmt werden.

Hintergrund:

Die zuletzt bekannt gewordenen Monsanto-Mauscheleien bei den Glyphosat-Studien und die aufgedeckten Defizite bei der Risikobewertung stellen die gesamte Neuzulassung in Frage. Glyphosat ist weltweit das Ackergift Nummer eins. In Deutschland werden pro Jahr über fünf Millionen Liter davon auf die Äcker gespritzt. Glyphosat-Rückstände finden sich in vielen Lebensmitteln, bei Stichproben-Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass das Gift schon bei vielen Menschen im Körper nachweisbar ist. Die Agrarkonzerne, allen voran Monsanto, drängen trotzdem schon lange auf eine Glyphosat-Neuzulassung für weitere 15 Jahre. Im letzten Sommer konnte eine breite europäische Bewegung aus Umwelt- und Verbraucherschützern und Grünen erreichen, dass zunächst nur eine Übergangsfrist bis Ende 2017 für Glyphosat gab. Dieses Jahr soll jedoch die Entscheidung über die Wiederzulassung fallen.

Die Studie finden Sie hier 

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