Annalena Baerbock besichtigt den rückverlegten Deich in Lenzen (Elbe)

Besichtigung der Deichrückverlegung in Lenzen (Elbe): v.l.n.r.: Annalena Baerbock MdB, Iris Brunar (BUND Elbeprojekt), Jeanette Küther (Tourismusverband Elbe e,V., halb verdeckt), Meike Kleinwächter (Auenökologisches Zentrum Burg Lenzen), Frank Heinke (Stadtverordneter in Wittenberge), Martin Wandrey (Direktkandidat von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis 56)

Anlässlich ihres Besuchs im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe in Lenzen (Elbe) erklärt die Brandenburger Bundestagsabgeordnete ANNALENA BAERBOCK von Bündnis 90/Die Grünen:

„Das Zentrum für Auenökologie, Umweltbildung und Besucherinformation des BUND auf Burg Lenzen ist ein Modellprojekt für das Zusammenwirken von Naturschutz, Naturtourismus und Hochwasserschutz unter Einbindung der Menschen vor Ort. Hier werden Ökonomie und Ökologie in beispielhafter Weise verbunden.“ Dass dies ein Erfolgsrezept sein kann, wird im BUND-Besucherzentrum und am Beispiel der größten funktionsfähigen Deichrückverlegung Deutschlands direkt vor den Toren der Stadt Lenzen sichtbar: Geführte Radtouren, Wanderungen und Bootstouren, ein attraktiver Beobachtungspunkt mit Blick auf die neue Auenwildnis und eine Herde Wildpferde locken inzwischen fast 20.000 Besucherinnen und Besucher jährlich in die Region.

von links nach rechts im Garten des Besucherzentrums: Wilfried Treutler, BUND Wittenberge; Susanne Gerstner, Geschäftsführerin Burg Lenzen; Frank Heinke, Stadtverordneter für Bündnis 90/Die Grünen Wittenberge; Meike Kleinwächter, Projektleitung Auenökologisches Zentrum Burg Lenzen; Johann Christian Steinkopf, Bürgermeister der Stadt Lenzen (Elbe); Bärbel Treutler, Kreistagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen; Jeanette Küther, Tourismusverband Prignitz e.V.; Iris Brunar, BUND Elbeprojekt; ANNALENA BAERBOCK MdB; Martin Wandrey, Direktkandidat für Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis 56. Foto: Annalena Baerbock

Susanne Gerstner, Geschäftsführerin und Leiterin des Besucherzentrums, ergänzt: „In den letzten 12 Jahren konnten wir die Besuchszahlen fast verdoppeln. Unsere Gäste suchen die Ruhe der Natur, sind fasziniert, hier noch seltene Arten wie Seeadler und Schwarzstörche beobachten oder einem Unkenkonzert lauschen zu können.“ Doch auch der Hochwasserschutz und die Menschen in der Region profitieren von naturnahem Hochwasserschutz: Der Wasserstand im Raum Lenzen fiel beim Hochwasser 2013 fast 50 Zentimeter niedriger aus als vor der Deichrückverlegung, wie Meike Kleinwächter, Projektleiterin des BUND-Auenzentrums belegen kann.

Der Ende Juni im Bundestag verabschiedete Beschluss zum Gesamtkonzept Elbe steht dieser Art positiven Entwicklungen jedoch diametral entgegen: „CDU/CSU und SPD versuchen auf dem Rücken des Gesamtkonzepts Elbe ihre Ausbauforderungen durchzudrücken. Damit torpedieren sie die Bemühungen der Behörden, eine Grundlage für weitere Planungen an der Elbe in Abstimmung mit Umwelt- und Wirtschaftsverbänden zu schaffen. Die Akzeptanz, die durch den aufwendigen Prozess zum Gesamtkonzept Elbe in der Öffentlichkeit erreicht werden sollte, ist in Gefahr, wenn sich die Regierungsparteien dann einfach nicht an das Konzept halten.“ so BAERBOCK. „Wirtschaftsfaktor Nummer eins an der Elbe ist schon jetzt der Tourismus, nicht die Güterschifffahrt. Deshalb müssen wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort den Naturraum Elbe fördern und als Tourismusziel weiter entwickeln, anstatt Geld für den Elbausbau zu verschwenden. Seit Jahrzehnten wird an der Elbe das Ziel verfolgt, die Güterschifffahrt zu fördern. Dennoch geht die Menge der verschifften Güter seit über 100 Jahren stetig zurück, was zeigt, dass die Elbe für die planbare Güterschifffahrt nicht geeignet ist. Will man den letzten naturnahen Strom Deutschlands wirtschaftlich nutzen, kann dies also nicht durch Ausbau erfolgen.“

Im Gegensatz zum Elbausbau versprechen ganzheitliche Konzepte wie in Lenzen (Elbe) eine Verbindung von Umweltschutz, Hochwasserschutz und Wirtschaftlichkeit durch Förderung des Naturtourismus. Dies muss auch und gerade für Brandenburg Maßstab sein. „Es ist fatal, dass sich die Brandenburger Landesregierung mit dieser Deichrückverlegung brüstet, ansonsten aber vor allem auf technischen Hochwasserschutz setzt. Ein Hochwasser-Schaufensterprojekt hilft wenig, wenn der Laden dahinter leer ist.“ kritisiert BAERBOCK.

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