Bild: © Astrid Götze-Happe/PIXELIO

Die heutigen Berichte über die Pläne von Infrastrukturministerin Kathrin Schneider bezüglich der RE1-Verbindung kommentiert Annalena Baerbock, Brandenburger Grüne Bundestagsabgeordnete und Mitglied der deutsch – polnischen Parlamentariergruppe wie folgt:

„Die Taktverdichtung auf der RE1-Strecke ist überfällig. In der Landesregierung scheint jedoch die eine Hand nicht zu wissen, was die andere tut: Frau Schneider will die angekündigte Taktverdichtung auf der RE1-Strecke nach Osten auf halber Strecke aufhören lassen. Frankfurt (Oder) als verkehrlicher Knotenpunkt nach Polen wäre damit abgekoppelt. Herr Woidke steht damit beim nächsten deutsch – polnischen Bahngipfel wieder mit leeren Händen da und hat für eine Verbesserung der Bahnverbindungen im deutsch-polnischen Verflechtungsraum nichts vorzuweisen.

Der RE 1 wird ab Frankfurt (Oder) täglich von vielen ArbeitnehmerInnen genutzt, die aus dem grenznahen Raum nach Brandenburg und Berlin kommen. Darüber hinaus ist Polen mit jährlich fast 150.000 Touristen der größte Quellmarkt für den brandenburgische Tourismus. Es ist widersinnig, die richtige Taktverdichtung vor allem in den Morgen- und Nachmittagsstunden nicht bis Frankfurt (Oder) zu führen.“


Hintergrund:

Der nächste deutsch-polnische Bahngipfel wird wahrscheinlich Anfang des kommenden Jahres und voraussichtlich in Polen stattfinden.

Im Gemeinsamen Zukunftskonzept für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum ist die Verbesserung der verkehrlichen Verbindungen eines von fünf Handlungsfeldern. Am 23. Mai 2017 haben die  Landesregierungen Brandenburgs und Berlins u.a. auch beschlossen, bei der Umsetzung dieses Konzeptes weiterhin eng miteinander zusammenarbeiten. Beide Länder wollen auch auf dieser Basis der raumordnerisch abgestimmten Zielstellungen noch enger zusammenwirken, um die grenzüberschreitende Erreichbarkeit (u. a. durch leistungsfähigere Eisenbahnverbindungen) zu verbessern. Siehe unten unter „Aktuelles“: http://gl.berlin-brandenburg.de/raumentwicklung/europaeische-raumentwicklung/deutsch-polnische-zusammenarbeit/gemeinsames-zukunftskonzept-fuer-den-deutsch-polnischen-verflechtungsraum-2030-442813.php

Für den Bahnverkehr wird in diesem Konzept bis 2030 formuliert: „Attraktive und wettbewerbsfähige Verbindungen im grenzüberschreitenden Nah- und Fernverkehr weiter ausbauen: Drehkreuze und Knotenpunkte im Land-, See- und Luftverkehr verbinden den deutsch-polnischen Verflechtungsraum mit europäischen und globalen Märkten. Alle Zentren im deutsch-polnischen Verflechtungsraum werden nach Möglichkeit direkt miteinander verbunden, vor allem durch attraktive Bahnverbindungen. Fahrzeiten werden reduziert, die Dichte von Angeboten entsprechend der Nachfrage erhöht, gemeinsame Tickets und Tarife weiter ausgebaut. Der Ausbau der Infrastruktur, die Beschaffung von Fahrzeugen und die Organisation von Verkehrsangeboten im Nah- und Fernverkehr werden eng miteinander abgestimmt. Angebote im Busverkehr ergänzen das Netz der Bahnverbindungen.“   https://www.kooperation-ohne-grenzen.de/wp-content/uploads/2017/01/wkp2030_gzk2030_12-2016.pdf

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