Die Klimakrise gefährdet Mensch und Umwelt

Die Klimakrise ist in unseren Breiten angekommen. Zwei Jahrhundertfluten innerhalb weniger Jahre, schwerste Unwetter und Stürme wie Kyrill 2007 oder Xynthia 2010 und gleichzeitig über 20 Grad an Weihnachten in München im Jahr 2012 zeigen, wir sind mittendrin in der Klimakrise. Der weitere ungebremste Ausstoß von Treibhausgasen wird diesen Trend weiter verstärken und uns alle teuer zu stehen kommen. Doch noch stärker als uns trifft es diejenigen, die am wenigsten Schuld an der Veränderung des Weltklimas tragen: die ärmsten Länder unserer Erde. Es ist damit zu rechnen, dass 200 Millionen Menschen fliehen müssen, weil sie durch den steigenden Meeresspiegel und die Ausbreitung von Wüsten ihre Heimat oder zumindest ihre Ernährungsgrundlage verlieren. Ein anderes Extrem ist Wassermangel – darunter werden in Afrika bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 250 Millionen Menschen leiden.

Maximal zwei Grad Erwärmung

Um das allerschlimmste zu verhindern, müssen wir die Erwärmung der Erde auf allerhöchstens zwei Grad begrenzen. Jeder weitere Temperaturanstieg kann das Weltklima unkontrollierbar kippen und unsere Lebensgrundlagen bedrohen. Um die Erderwärmung auf das gerade noch erträgliche Maß zu begrenzen, müssen die Industriestaaten ihre Treibhausgasemissionen reduzieren: bis 2020 um mindestens 25 bis 40 Prozent und bis 2050 um mindestens 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990. Diese Rechnung geht aber nur dann auf, wenn die Reduzierung nicht über „flexible Instrumente“ in Entwicklungs- und Schwellenländern billig eingekauft wird – womöglich noch zu deren Lasten.

Doch auch die Entwicklungs- und Schwellenländer sind für das Weltklima verantwortlich. Sie müssen um mindestens 15 bis 30 Prozent reduzieren. Ohne Unterstützung wird das nicht gelingen. Die Industriestaaten müssen deswegen schnellstmöglich Milliardenbeträge für Technologietransfer und das notwendige Know How bereitstellen. Die Zeit wird knapp: Bis 2020 müssen die globalen Treibhausgasemissionen spürbar sinken.

Die Chancen des Klimaschutzes konsequent nutzen

Wir Grüne im Bundestag wollen, dass Deutschland wieder zum Vorreiter im Klimaschutz wird. Das bedeutet: die Emissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent senken. Deutschland sollte die Chancen, die im Klimaschutz stecken, konsequent nutzen und neue Jobs schaffen. Denn Klimaschutz- und Effizienztechnologien sind die gefragten Produkte auf den Märkten von morgen.

Bereits heute arbeiten 1,8 Millionen Menschen im Bereich der Umwelttechnologien. Allein die erneuerbaren Energien bieten 250.000 Menschen Beschäftigung, deutlich mehr als die Kohlewirtschaft. In wenigen Jahren können rund eine halbe Millionen Menschen allein durch den Klimaschutz in Deutschland Arbeit finden. Ein beherztes Vorgehen gegen die Klimakrise kommt uns zudem deutlich billiger, als die immensen Schäden eines weiteren ungebremsten Anstiegs von Treibhausgasen zu beseitigen.

Unsere grüne Politik im Bundestag für den Klimaschutz hat vor allem auch eine soziale Komponente, denn gerade Menschen mit geringem Einkommen profitieren: Weniger CO2-Emissionen heißt auch weniger Verbrauch von Strom, Gas oder Öl und damit eine spürbare Entlastung bei den Energiekosten.

Preise müssen die ökologische Wahrheit sagen

Entscheidend für einen nachhaltigen Erfolg im Klimaschutz ist die ökologische Modernisierung unserer Wirtschaft. Sie wird aber nur erfolgreich sein, wenn der Verbrauch von Umwelt und die Belastung des Klimas endlich einen Preis haben. Nur wenn sich ein sorgsamerer Umgang mit der Ressource Umwelt finanziell lohnt, wird die Wirtschaft die notwendigen Investitionen treffen. Doch bislang kostet der Verbrauch von Umwelt die Wirtschaft kaum etwas, er wird im Gegenteil noch durch Subventionen und steuerliche Vorteile begünstigt. Mit jährlich bis zu 50 Milliarden Euro wird klima- und umweltschädliches Verhalten in Deutschland durch Steuernachlässe oder direkte Subventionen “belohnt“.

Während die Gewinne privatisiert werden, bleibt die Allgemeinheit auf den Schäden sitzen und muss sie bezahlen. Die Zerstörung der Umwelt kommt uns alle teuer zu stehen. Deshalb brauchen wir eine ökologische Finanzreform. Sie vereint den Abbau umweltschädlicher Subventionen mit steuerlichen Anreizen für umweltfreundliches Verhalten und verlagert die Steuerlast vom Faktor Arbeit hin zum Faktor Umwelt. Erst mit einer ökologischen Finanzreform bekommt das knappe und wertvolle Gut Umwelt einen Preis. Der Effekt: Für die Wirtschaft wird es billiger nachhaltiger zu produzieren, das Klima zu schützen, Ressourcen zu schonen und in geschlossenen Kreisläufen zu produzieren.

Die Gesellschachaft ökologisch modernisieren

Wir werben für eine ökologische Modernisierung der Gesellschaft. Im Kern bedeutet das, nicht auf Kosten anderer zu leben. Mit der ökologischen Modernisierung wollen wir ein nachhaltiges Fundament für eine Wirtschaft legen, die sparsamer mit den kostbaren Ressourcen umgeht und neue Arbeit mit Zukunft schafft. Dazu wollen wir kluge Innovationen – technologische, aber auch soziale und kulturelle. Wir verbinden ökologische Fairness und eine Politik der Teilhabe und sozialen Sicherheit.


 

Text: gruene-bundestag.de

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