Abschöpfung von Wasser aus der Spree bei Spremberg. Bild: Markus Pichlmaier/ideengruen.de

Die Wasserqualität der Spree wird durch die stillgelegten und aktiven Tagebaue und die Bergbausanierung in der Lausitz massiv beeinträchtigt. Eisenhydroxidschlamm färbt das Spreewasser braun und gefährdet die Flora und Fauna des Flusses. Neben den hohen Eisenhydroxidwerten ist auch ein massiver Anstieg des Sulfatgehaltes zu verzeichnen, der neben den negativen Folgen für das Flussökosystem auch die Trinkwasserversorgung in der Region gefährdet.

Die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH (FWA) als kommunaler Wasserversorger für Frankfurt (Oder) und die umliegenden Gemeinden gerät durch die steigenden Sulfatwerte zunehmend unter Druck. Zur Trinkwassergewinnung nutzt das Unternehmen im Wasserwerk Briesen 55 Prozent Oberflächenwasser der Spree über Filtrierung durch Sickerbecken und 45 Prozent Grundwasser. Die steigende Sulfatkonzentration im Spreewasser hat auch einen Anstieg im Trinkwasser zur Folge. Die gültige Trinkwasserverordnung setzt einen Grenzwert von maximal 250 mg pro Liter Trinkwasser, damit der Genuss der Wassers nicht zu Durchfall und Erbrechen führt. Durch die Beimischung von unbelastetem Grundwasser und aufwendige Filtrierung konnten die Grenzwerte bisher eingehalten werden. Tageshöchstwerte der Sulfatbelastung liegen zwischen 170 und 176 mg pro Liter, jedoch wurde in diesem Jahr auch schon die Marke von 200 mg pro Liter erreicht.

Über diese Zustände wird nun auch vermehrt in der Presse berichtet. Untenstehend daher eine Auswahl aktueller Presseberichte.


Der SPIEGEL 31/2015: Kohle ist Schuld an belasteter Spree:

„Der Bund hält eine Studie über die Verantwortung des Braunkohlebergbaus für die hohe Sulfatbelastung der Spree unter Verschluss…“


Berliner Morgenpost, 20.07.2015: Sulfate aus dem Wasserhahn. Rückstände aus dem Braunkohleabbau machen 75.000 Einwohnern im Raum Frankfurt Sorgen:

„Bedenkenlos Wasser aus der Leitung zu trinken, könnte in Frankfurt und umliegenden Dörfern bald nicht mehr möglich sein. Denn das im Wasserwerk Briesen aufbereitete Trinkwasser für 75.000 Einwohner ist immer stärker mit Sulfaten belastet. Und dieser Schwefelgehalt kann – in größerer Konzentration – zu gesundheitlichen Problemen wie Übelkeit, Erbrechen und Magenbeschwerden führen…“


Rundfunk Berlin-Brandenburg, 23.07.2015: Streit um brisante Braunkohle-Studie:

„Wie stark verunreinigen Braunkohle-Tagebaue und ihre Folgen das aus der Spree gewonnene Trinkwasser? Seit Monaten streiten die Frankfurter Wasserwerke darüber mit dem bundeseigenen Bergbausanierer LMBV. Nun enthüllt der SPIEGEL: Die LMBV hielt monatelang ein brisantes Gutachten zu dieser Thematik unter Verschluss…“


Märkische Allgemeine Zeitung, 24.07.2015: Kohle in der Lausitz: Schuld an Sulfatbelastung:

„Die Berliner Wasserbetriebe sind schon länger besorgt. Die Spree ist so stark mit Sulfaten belastet, dass auch das Trinkwasser betroffen sein könnte – sofern man nicht dagegen steuert. Nun bestätigt ein Gutachten: Der Bergbau in der Lausitz ist für die katastrophalen Werte verantwortlich…“


Potsdamer Neueste Nachrichten, 25.07.2015: Schmutzige Quelle Ein Gutachten zu Sulfat-Belastung der Spree bestätigt: Ein Großteil kommt aus Tagebauen und Kraftwerken von Vattenfall:

„Einem Gutachten des bundeseigenen Bergbausanierers LMBV zufolge trägt der schwedische Staatskonzern Vattenfalls mit seinen aktiven Tagebauen die Hauptverantwortung für die hohe Sulfatbelastung in der Spree. Anders als das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wird das Gutachten nicht mehr vom Bund zurückgehalten, sondern wurde bereits am vergangenen Dienstag von der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) veröffentlicht. Demnach sollen die von Vattenfall betriebenen Tagebaue in der Lausitz für 54 Prozent der Sulfatbelastung der gesamten Spree verantwortlich sein. Die Sanierung ehemaliger DDR-Tagebaue durch die LMBV trüge lediglich 30 Prozent bei. Der Rest geht auf natürliche Prozesse zurück. Das Gutachten wurde im Auftrag der LMBV vom Institut für Wasser und Boden in Dresden erstellt…“


Berliner Kurier, 26.07.2015: Braune Spree. Und wann erwischt es Berlin?:

„Seit Jahren streiten sich die Verantwortlichen: Wer ist schuld an der braunen Brühe in der Spree, den erhöhten Sulfat-Schadstoffwerten? Ein neues Gutachten beweist, dass doch der schwedische Energiekonzern Vattenfall die Hauptschuld trägt.“

 

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