Windräder in der Dämmerung mit Strommasten im Hintergrund und zwei Gänsen im Vordergrund

Die Vorreiterrolle Deutschlands beim Klimaschutz war einmal - nun blockiert die Bundesregierung ambitionierte Pläne. Bild: pixabay - MGrothe

Die Bundesregierung streitet sich weiterhin über Deutschlands konkreten Beitrag zum Klimaschutz. Nachdem bereits Sigmar Gabriel und Peter Altmaier den Klimaschutzplan 2050 des Bundesumweltministeriums gestutzt hatten, wollen nun sowohl das Landwirtschafts- als auch das Verkehrsressort weitere Kürzungen vornehmen. So wird es nun vor der Klimakonferenz in Marokko keinen konkreten deutschen Plan geben – eine Blamage für das einstige Klimaschutz-Musterland findet nicht nur die Welt.

Hier habe ich für Sie einige Pressestimmen zusammengestellt:

tagesschau, 01.11.2016

Planlos nach Marrakesch.

„Morgen sollte das Kabinett den deutschen Klimaschutzplan 2050 beschließen. Doch nun muss Umweltministerin Hendricks ohne Plan zur Weltklimakonferenz nach Marrakesch fahren. Die Union blockiere mutige Klimaschutzziele, poltert sie.

Barbara Hendricks ist eigentlich eine Frau der leisen Töne. Doch jetzt platzt der Bundesumweltministerin der Kragen. Sie schimpft auf die Wirtschaftspolitiker der Unionsfraktion im Bundestag, dass es sich gewaschen hat. „Die haben meinen Klimaschutzplan 2050 doch gar nicht gelesen, oder wenn, dann zumindest nicht verstanden“, poltert Hendricks. Vor dem Mikrofon nimmt sich die SPD-Politikerin dann zwar ein bisschen zurück. Aber der Tenor bleibt: „Manche Teile der Unionsfraktion machen uns in der Tat noch Schwierigkeiten mit den Kritikpunkten, die sie aufführen, die auch sehr häufig nicht auf Tatsachen beruhen.“…“

 

Handelsblatt, 01.11.2016

Umweltministerin muss Klimaschutzplan vertagen.

„Ziel verfehlt: Vor dem internationalen Klimagipfel, der kommende Woche in Marokko startet, gibt es keinen abgestimmten Klimaschutzplan 2050. Warum sich Umweltministerin Hendricks und die Koalition nicht einigen konnten.

Für Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist die Sache klar: die Blockadehaltung bei der Union war zu groß – deswegen gibt es vor Beginn des internationalen Klimagipfels vom 7. bis 18. November im marokkanischen Marrakesch keinen nationalen „Klimaschutzplan 2050“ mehr. Eigentlich wollte Hendricks die Strategie, wie Deutschland langfristig nahezu vollständig auf den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen verzichten kann, am Mittwoch im Kabinett beschließen lassen…“

Frankfurter Rundschau, 01.11.2016

Deutschland taugt nicht als Vorbild.

„Das Bundeskabinett verschiebt die Entscheidung über die langfristige Strategie zur Reduktion von Treibhausgasen. Für Umweltministerin Hendricks kritisiert die Blockadehaltung der Union.

Blamage für den einstigen Klimaschutz-Vorreiter Deutschland: Wegen anhaltenden Streits zwischen den beteiligten Ministerien wird das Bundeskabinett bei seiner Sitzung am Mittwoch nun doch keine Langfriststrategie zum klimafreundlichen Umbau der Volkswirtschaft beschließen. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wird deshalb bei der Weltklimakonferenz Mitte November im marokkanischen Marrakesch mit leeren Händen dastehen…“

greenpeace magazin, 01.11.2016

Ministerin Hendricks fährt ohne Plan zur Klimakonferenz.

„Wäre alles nach Plan gelaufen, hätte das Bundeskabinett am morgigen Mittwoch den „Klimaschutzplan 2050“ verabschiedet. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hätte mit bestem Gewissen zum Weltklimagipfel nach Marrakesch reisen können. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sollte es heißen. Mit dem Klimaschutzplan 2050 soll Deutschland sich darauf festlegen, welchen Beitrag es leisten will, um die Klimaerwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Doch um das Papier tobt seit Monaten ein Streit zwischen den Bundesministerien. Ein Streit, der so verfahren ist, dass Barbara Hendricks gestern Abend den Plan von der Tagesordnung des Bundeskabinetts nehmen musste…“

Die Welt, 02.11.2016

 Deutschland blamiert sich beim Klimaschutz.

Umweltministerin Barbara Hendricks rechnet nicht mehr mit einem deutschen Klimaschutzplan zur Weltklima-Konferenz, die kommenden Montag in Marrakesch beginnt. „Ich sehe keine Chance mehr“, sagte die SPD-Politikerin in Berlin…“

 

Bietigheimer Zeitung u.a., 02.11.2016

dpa-Meldung

Deutschlands Klimaziel 2020 – Ist das noch zu schaffen?

„Um den Klimawandel zu begrenzen, müssen die Menschen weniger Treibhausgase wie CO2 in die Atmosphäre blasen als bisher. Manche Länder, darunter auch Deutschland, haben sich konkrete Ziele gesetzt: 40 Prozent weniger Emissionen bis 2020 und 80 bis 95 Prozent weniger bis 2050. Das Jahr 2020 ist schon ziemlich nahe gerückt. Schafft Deutschland das?…“

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