Kraftwerk in der Dämmerung

Bild: Foto-Rabe/pixabay, CC0

Presseschau zum Verkauf der Vattenfall-Braunkohlesparte (15.-19.4.2016)

Zum voraussichtlichen Verkauf der Vattenfall-Braunkohlesparte an den tschechischen Investor EPH habe ich in meiner Pressemitteilung deutlich gemacht: „Wenn man sich den tschechischen Käufer EPH und Investor PPF Investments genauer anschaut, wird deutlich, dass sie vor allem auf schnellen Profit aus sind. Der Konzern hat in der Vergangenheit bereits Kohle-Assets übernommen, wenn sie billig zu haben waren. Trotz langfristiger Arbeitsplatzzusagen wurden diese dann bei nächster Gelegenheit dicht gemacht. Dieses nun über der Lausitz ständig pendelnde Damoklesschwert ist ruinöser für die Region als ein schrittweiser Ausstieg mit verlässlicher Ansage.“

Zur gesamten Pressemitteilung geht es hier

Auch in den Medien wurde der Verkauf breit aufgegriffen: 


Brandenburg Aktuell, 15.04.2016: Brandenburgs Regierung will lieber nichts sagen.

„Am Wochenende will der schwedische Konzern Vattenfall entscheiden, an wen er sein ostdeutsches Braunkohlegeschäft verkauft. Brandenburgs Regierung hält sich mit ihrer Meinung über den offenbar einzigen verbliebenen Kandidaten aus Tschechien zurück. Man sei aber sicher, sich nicht blauäugig in ein Abenteuer zu stürzen…“

Auf der Seite des RBB können Sie links auch den Radiotalk „Die Lausitz ohne Kohle“ vom 15.04.2016 (Radioeins) anhören.


Deutschlandfunk, 15.04.2016: Braunkohlesparte vor dem Verkauf?

„In Brandburg pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Das Unternehmen EPH aus Prag wird wohl dem schwedischen Staatskonzern Vattenfall seine Braunkohlesparte abkaufen. Die Tschechen haben gute Chancen, den Kohletagebau in der Lausitz zu einem günstigen Preis zu erwerben, denn die politischen Rahmenbedingungen sind in Zeiten des Klimaabkommens und der Energiewende schwierig geworden…“


The Wall Street Journal, 18.04.2016: Vattenfall to Incur Up to $3.3 Billion From Sale of German Lignite Assets. Deal has sparked fears that taxpayers could face multibillion-euro bill.

„Swedish utility Vattenfall AB will incur up to €2.9 billion in losses from the sale of its German power production operations to a consortium from the Czech Republic, a fresh sign of the huge costs of Germany’s energy revolution.

The company said Monday it will transfer its German lignite mines and power generation plants to a consortium of Energeticky a Prumyslovy Holding, or EPH, and PPF Investments Ltd.

EPH will assume assets and liabilities worth €3.4 billion ($3.8 billion) in exchange for paying a symbolic €1, according to people familiar with the matter. Executives for both companies declined to comment on the price and the deal, which still subject to approval from the Swedish government, Vattenfall’s owner…“


Der Tagesspiegel, 18.04.2016: Vattenfall will Verkauf des Kohle-Reviers besiegeln.

„Die anderthalb Jahre dauernde Hängepartie um die mittelfristige Zukunft des Lausitzer Braunkohlereviers findet ein Ende. Am Sonntag hat der Aufsichtsrat des schwedischen staatlichen Energiekonzerns Vattenfall in Stockholm über den Verkauf der Sparte beraten. Am Montagmorgen kommt das entsprechende Gremium der deutschen Tochtergesellschaft, die das Geschäft abwickeln muss, in Berlin zusammen…“


Brandenburg Aktuell, 18.04.2016: Brandenburg erleichtert über Braunkohle-Verkauf an EPH.

„Eine eineinhalbjährige Hängepartie ist beendet: Vattenfall hat sein deutsches Braunkohlegeschäft an den tschechischen Energiekonzern EPH und dessen Finanzpartner PPF verkauft. Die Brandenburger Landesregierung ist zufrieden, dass die „monatelange Unsicherheit“ für die Kumpel beendet sei. Kritisch äußern sich dagegen die Grünen…“


klimaretter.info, 18.03.2016: Gegen Vattenfall-Verkauf an „Black Box“.

„Der Aufsichtsrat der deutschen Vattenfall-Tochter entscheidet heute über den Verkauf des Lausitzer Braunkohlegeschäfts. Der offizielle Beschluss wird für den Nachmittag erwartet, war am Montagmorgen vor der Vattenfall-Zentrale in Berlin zu hören. Dort protestierten Greenpeace und das Bündnis „Kohleausstieg Berlin“ gegen den Verkauf an den tschechischen Konzern EPH und dagegen, dass sich Vattenfall so aus der Verantwortung für die Region ziehen will. Vattenfall habe in der Lausitz Milliarden verdient. Das Unternehmem müsse sein „schmutziges Braunkohlegeschäft behalten und sozial- und umweltverträglich abwickeln“, forderte Kerstin Doerenbruch von Greenpeace Berlin…“


klimaretter.info, 18.03.2016: Letztes Kapitel der Lausitzer Kohle.

„…Dass sich noch ein Käufer für die Lausitzer Kohle fand, hat offenbar auch mit den politischen Rahmenbedingungen zu tun: Der Ausbaudeckel des Bundeswirtschaftsministers für die erneuerbaren Energien und die „Vergoldung des Ruhestands alter Kohlekraftwerke“ seien das „Lockmittel für Spekulationen und finanzpolitische Heuschrecken“, meint die klimapolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Annalena Baerbock…“


Die Welt, 19.04.2016: Vattenfall findet Käufer für Krisengeschäft.

„Der Energiekonzern Vattenfall will sein kriselndes Braunkohlegeschäft in Deutschland mit 7500 Beschäftigten an den tschechischen Versorger EPH abstoßen. Nach zähen Verhandlungen sei nun eine Vereinbarung mit EPH und dem Finanzinvestor PPF getroffen worden, teilte Vattenfall am Montag mit. Wegen des Verfalls der Strom-Großhandelspreise war der Wert der Tagebaue und Kraftwerke zuletzt deutlich gesunken. Umweltschützern sind die Anlagen in Ostdeutschland ebenso ein Dorn im Auge wie die Braunkohlekraftwerke von RWE im Westen. Den Wert der Transaktion bezifferte Vattenfall nicht. Die schwedische Regierung muss dem Deal des Staatskonzerns noch zustimmen…“

 

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