Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament, unterstützt tatkräftig den Brandenburger Wahlkampf. Auf Einladung der Bundestagskandidatin Annalena Baerbock diskutierte Rebecca auf dem Familienfest in Frankfurt (Oder) – Nord mit Bürgerinnen und Bürger und referierte anschließend auf der grünen Veranstaltung „Brüssel, Berlin, Potsdam – wer entscheidet, ob in Beeskow CO2 unter die Erde kommt?“ in Beeskow zum Thema CCS. Sie stellte dabei klar, dass die EU keineswegs, wie gerne von der Landesregierung angeführt, die Mitgliedstaaten zur Verklappung von CO2 verpflichte. So regele die Richtlinie zur Abtrennung und geologischen Speicherung von CO2, die auch erst bis 2011 umgesetzt werden müsse, lediglich den gesetzlichen Rahmen für die CO2-Abscheidung, den Transport und insbesondere die Speicherung des abgeschiedenen CO2 im Untergrund, sofern national die Entscheidung fällt, dass diese Technologie angewandt werde. Dazu gezwungen, CO2 unter der Erde zu verbuddeln, werde jedoch niemand.

Beeskow ist neben Neutrebbin einer der brandenburgischen Orte, an dem Vattenfall den Untergrund für die Einpressung von CO2 untersuchen will. Der Erkundungsantrag für die geplanten unterirdischen Kohlendioxidspeicher wird demnächst vom Landesbergamt entschieden. Und das obwohl es noch zahlreiche offene Fragen bezüglich der Sicherheit bei der CO2-Abscheidung und Speicherung gäbe, wie der zweite Referent des Abends Dr. Hartwig Berger, Vorsitzender des Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e.V., umfassend erläuterte. So sei völlig unklar, wie das in den Kohlekraftwerken abgeschiedene und verflüssigte Treibhausgas überhaupt zu den Lagerstätten gebracht werden solle. Auch sei ungeklärt, wie die zur Lagerung vorgesehenen Erdgasfelder oder salzwasserführenden Gesteinsschichten, in die das Gas mit hohem Druck gepumpt werden müsste, auf diese konzentrierte Einlagerung reagierten, welche Auswirkungen dies für das Grundwasser habe und welche Folgen eine konzentrierte Entweichung des Gases für Mensch und Umwelt hätte.

Die rot-schwarze Landesregierung tritt trotz dieser ungeklärten Risiken mächtig aufs Gaspedal. Nicht ohne Grund, denn der enorme Kohlenstoffdioxidausstoß von Kohlekraftwerken, steht den von der EU gesteckten Klimazielen entgegen. CCS ist sozusagen der letzte Funken Hoffnung der Kohleenergie. Anstatt den logischen Weg zu gehen und schrittweise aus dieser klimaschädlichen Form der Energiegewinnung auszusteigen, wollen Vattenfall und Co diese mit einer noch nicht erforschten Technologie verlängern. Das kostet nicht nur enorm viel öffentliches Geld, sondern birgt die gleichen Gefahren wie die Atomkraft und ihr radioaktiver Müll in sich. Dennoch handelt man erneut nach dem Motto: aus den Augen aus dem Sinn. Wohin das führt sehen wir heute an der Asse. Dabei liegen die Alternativen zur Kohle und CCS gerade in dieser Region direkt vor der Tür – die Erneuerbaren Energien, die in den letzten Jahren rund 280.000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.