Schaufel eines Kohlebaggers

Schaufel eines Kohlebaggers, Quelle: pixabay, CC0

Weil die Kohlemeiler durchlaufen, werden die Netze überlastet und Windräder abgeschaltet. Den klimapolitischen Unsinn wollen wir stoppen und Kohlekraftwerke stilllegen.

Deutschland erzeugt Strom im Überfluss. In den letzten fünf Jahren haben sich die deutschen Stromexportüberschüsse fast verzehnfacht und lagen 2016 bei rund 54 Mrd. Kilowattstunden. Das entspricht der Stromerzeugung der fünf größten deutschen Atomkraftwerke im Jahr 2016.

Die Kohlekraft läuft und läuft

Eine aktuelle Analyse zeigt anhand von acht Beispielphasen, dass die starre Fahrweise konventioneller Kraftwerke zu den Überschüssen führt. Vor allem Braunkohle- und Atomkraftwerke passen ihre Stromerzeugung viel zu wenig auf die erneuerbaren Energien und den tatsächlichen Verbrauch an. Steinkohlekraftwerke werden zwar variabler betrieben, ihre Leistungsreduzierung reicht aber nicht aus, um bei hoher Windenergie- und PV-Einspeisung eine ausgeglichene Angebot-Nachfrage-Situation im Strommarkt zu erreichen. Und so entstanden im letzten Jahr häufig Situationen, in denen Überschussstrom schnell ins Ausland exportiert wurde.

Sauberer Strom wird abgeschaltet

Tagebau Garzweiler, Bild: Bert Kaufmann/flickr, CC BY 2.0

Tagebau Garzweiler, Bild: Bert Kaufmann/flickr, CC BY 2.0

Die Stromüberschüsse werden von den Kraftwerksbetreibern häufig der schwankenden Wind- und Solarenergie angelastet. Doch die Realität sieht anders aus. Die Braunkohlekraftwerke laufen auf Hochtouren, auch wenn ihr Strom gar nicht gebraucht wird. Sie schädigen das Klima, gefährden die Versorgungssicherheit und verursachen unnötige Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Denn weil der Kohlestrom die Netze verstopft, werden Windräder abgeschaltet. Die fällige Entschädigung müssen die Stromkunden bezahlen.

Ein schrittweiser Kohleausstieg

Am Kohleausstieg führt kein Weg vorbei. Nicht nur aufgrund unserer klimapolitischen Verpflichtungen, sondern auch wegen des bevorstehenden Desasters am Strommarkt, wenn wir so weitermachen wie bisher. Es mangelt weder an erneuerbaren Energien noch an der Entwicklung von Speichern und Netzen, sondern an der Bereitschaft, aus der Kohle auszusteigen. Das ist der Grund, warum wir bei der Energiewende nicht so recht vorankommen.

Wir könnten auch jetzt schon deutlich mehr Klimaschutz machen, wenn wir wollten. Für die stabile Stromversorgung ist schon jetzt viel mehr Kohlestrom verzichtbar, als die Bundesregierung zugeben möchte. Deshalb werden wir die 20 schmutzigsten Kohlemeiler als erstes abschalten. Wenn wir unsere Klimaziele von Paris einhalten wollen, müssen wir bis 2030 auch komplett raus aus der Kohle. Strom haben wir trotzdem mehr als genug.


Zur Studie „Analyse des Exports von Stein- und Braunkohlestrom“ geht es hier

 

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