Abschöpfung von Wasser aus der Spree bei Spremberg. Bild: Markus Pichlmaier/ideengruen.de

Die aktuelle Hochwasserkatastrophe hat auch die Befürchtungen vieler Lausitzer Realität werden lassen. Seit einigen Jahren ist in der Lausitz die zunehmende Verockerung von Fließgewässern, die ihren Ursprung in bergbaubeeinflussten Gebieten des Lausitzer Reviers haben, zu beobachten. Das braune, eisenockerhaltige Wasser war zunächst nur in den Oberläufen der Fließe, insbesondere im Raum Spremberg und südlich des Spreewaldes zu sehen hat nun aber auch die Talsperre Spremberg und den Oberspreewald erreicht. Mit der hochwasserbedingten Öffnung der Talsperre gelangt nun bisher abgefangenes Eisensulfat unkontrolliert in den Spreewald. Seit langem hatten TouristikerInnen, Umweltverbände, AnwohnerInnen und wir Bündnisgrünen die Landesregierung auf die Gefahr der gefluteten Tagebaue hingewiesen und gefordert, den eisenhaltigen Schlamm aus Zuflüssen und aus der Talsperre auszubaggern. Doch obwohl Ministerpräsident Matthias Platzeck aufgrund des öffentlichen Drucks das Thema zur Chefsache erklärt hatte, ist nichts passiert. Und dies hat schwerwiegende Folgen für die Region:

Wie das Bündnis Klare Spree immer wieder auch gegenüber der Landesregierung deutlich gemacht hat, verringere die lebensfeindliche Eisenockerfracht nicht nur die Sichttiefe in den Fließen, sondern verschlammt auch die Ufer und die Gewässersohle. Neben den verheerenden ökologischen Folgen für die Spree und das Biosphärenreservat Spreewald sei hier auch mit gravierenden Schäden für den Tourismus und Beeinträchtigungen anderer Wirtschaftszweige der Region zu rechnen.

Jahrelang hat das Landesumweltamt eine Politik der Verharmlosung betrieben, als es um den Eisenocker ging. Seit 2010 liegt eine Studie der LMBV vor, die auf die Probleme durch das Eisensulfat hinweist. Die rot-rote Regierung hätte genug Zeit gehabt, sich Gedanken zu machen – z.B. wohin der ausgebaggerte Eisenschlamm deponiert werden könnte. Stattdessen hat man das Problem kleingeredet. Aber die Zeit der Gutachten ist jetzt vorbei: Um die Verockerung der Flüsse langfristig zu verhindern, braucht es den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und es darf keine neue Tagebaue mehr geben.


Bild: © Markus Pichlmaier/ideengruen.de

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