Schweine in der Massentierhaltung

Massentierhaltung von Schweinen - Bild: pixabay (CC0)

Zur Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration sagt die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

„Mit der Fristverschiebung wird das Staatsziel Tierschutz durch CDU/CSU und SPD ebenso konterkariert wie der Grundsatz des Tierschutzgesetzes, keinem Tier ohne Grund Leid und Schaden zuzufügen. Union und SPD schwächen mit Unterstützung der AfD-Fraktion das Tierschutzgesetz ab. Seit fünf Jahren ist bekannt, dass die grausame Praxis der Kastration ohne Betäubung enden soll. Die Bundesregierung selbst hat in einem Bericht von Ende 2016 anerkannt, dass es Alternativen gibt, die auch wirtschaftlich tragbar sind. In Brandenburg betrifft dies laut amtlicher Statistik ca. 160.000 männliche Ferkel.

Das Gesetz enthält eine Fristverlängerung um zwei Jahre für die betäubungslose Kastration von männlichen Ferkeln. Die bereits seit 2013 bestehende gesetzliche Vorgabe, mit dieser tierquälerischen Praxis bis Ende dieses Jahres aufzuhören, wird ausgehebelt. Anstatt den Umbau der Tierhaltung voran zu treiben, sichert die Bundesregierung lieber die Profite der Schlachtindustrie. Die SPD agiert als Steigbügelhalter der unionsgeführten Agrarpolitik, bei der das Eintreten für mehr Tierschutz reine Lippenbekenntnisse sind.

Diese Gesetzesänderung ist eine Bankrotterklärung der Koalition. Seit fünf Jahren gilt eine Übergangsfrist, innerhalb derer die Kastration bei vollem Bewusstsein der Tiere beendet werden sollte. In diesen fünf Jahren hat es das unionsgeführte Ministerium nicht geschafft, einen verantwortungsvollen Umstieg weg von diesem tierquälerischen Eingriff zu gestalten. An der Verlängerung der betäubungslosen Kastration gibt es nach juristischer Einschätzung erhebliche Zweifel bezüglich der verfassungsrechtlichen Grundlage.

Wir brauchen eine Abkehr von der industriellen Tierhaltung und bessere Tierschutzgesetze, damit die Tiere in der Landwirtschaft besser geschützt werden.“

Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung finden Sie hier.

 

Ergänzende Infos:

Aktueller Antrag „Tierschutz unverzüglich umsetzen“

Bericht der Bundesregierung über den Stand der Entwicklung alternativer Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration

 

 

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